Die Hofer Kirchen
Vor allem die Hospitalkirche ist ein wahres Schmuckstück!
Das im gotischen Stil erbaute Kirchlein verblüfft durch die reiche künstlerische Barockausstattung. Über hundert Bilder aus dem Alten und Neuen Testament schmücken die hölzernere Kassettendecke und die auf Holzstützen ruhende obere Empore. Die Bilder wurden von dem Hofer Maler Heinrich Andreas Lohe nach Motiven der Bilder-Bibel von Merian und Osiander 1688/89 gemalt. Der Hauptteil, der Altarschrein, enthält drei Figuren: Maria mit dem Christuskind in der Mitte, die heilige Katharina links und wahrscheinlich die Heilige Barabara rechts (vom Betrachter aus gesehen). Der rechte Altarflügel enthält eine Darstellung der Geburt Christi und die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Die Kirche fügt sich glänzend in das Gesamtbild des alten Hospitals ein, von dem noch das Keller- und das Pfründerhaus, die Konventstube sowie das Beamtenhaus auf der Nordseite des Hofes erhalten sind.
Die Lorenzkirche Hof wurde bereits im Jahr 1214 erstmals urkundlich erwähnt, genauso wie das Dorf Rekkenze, aus dem sich später die Stadt Hof entwickelte. Nach Aufzeichnung des Chronisten Enoch Widman soll die Laurentiuskapelle gar bereits 1080 gegründet worden sein. Die Lorenzkirche beherbergt zwei Kunstschätze: ein Kruzifix aus der Zeit um 1500 und den Hertnid-von-Stein-Altar, benannt nach seinem Stifter. Gleichzeitig bietet St. Lorenz eine Oase der Ruhe inmitten der Stadt. Ursprünglich, so behauptet die Sage, soll auf diesem Areal die Klausenburg gestanden haben.
Die 57 Meter hohen Türme der St. Marienkirche ragen weit ins Land hinaus. Im neugotischen Stil wurde mit dem Bau von St. Marien im Jahre 1864 begonnen, im Juni 1867 konnte der erste Gottesdienst angehalten werden.Der Innenraum von St. Marien zeigt sich als Mischtyp zwischen einem einschiffigen Sakralbau und einer Hallenkirche. Der Chorraum wird dabei durch eine dominierende Bogenstellung vom Mittelschiff getrennt. Aus dem Jahr 1902 stammen die gemalten Chorfenster. Sie zeigen links die Apostel Petrus und Paulus, in der Mitte den "Englischen Gruß“ und rechts - als Verbundenheit zu Bamberg - Kaiser Heinrich und seine Gemahlin Kunigunde. Die Kanzel, die 1901 installiert wurde, zeigt die vier Evangelisten Matthäus, Lukas, Johannes und Markus sowie den Erzengel Michael.
In einem Fenstersturz des nördlichen Treppenaufganges der St. Michaeliskirche ist die Jahreszahl 1559 eingemeißelt. Chronisten vermuten, dass die Kirche wesentlich älter ist. Nach geschichtlichen Überlieferungen begann die erste von insgesamt vier Bauperioden um 1230. Es entstand damals eine Kapelle, die dem Erzengel Michael geweiht wurde und als "Filiale“ von St. Lorenz galt. Das evangelische Gotteshaus prägt gemeinsam mit dem Rathaus das Bild der Ludwigstraße. Wie kein anderes Gotteshaus litt St. Michaelis unter Kriegen und Bränden. Nach der Zerstörung im Jahre 1299 bei einem Stadtbrand wurde zwischen 1380 und 1386 eine dreischiffige Hallenkirche mit querschiffartig ausspringenden Kapellen errichtet. Die zweifellos wichtigste Bauperiode war die dritte ab 1480, denn St. Michaelis erhielt nun seine endgültige Form. 1536 wurde St. Michaelis im Zeichen der Reformation zur evangelischen Hauptkirche erkoren. An eine mehrwöchige Belagerung im Jahre 1553, in der die Kirche mächtig unter Beschuß stand, erinnert noch heute am mittleren Chorfenster und am nördlichen Turm angebrachte Kanonenkugeln. Verheerend wirkte sich der Stadtbrand am 4. September 1823 aus. Es bleiben nur die Türme und die Umfassungsmauer übrig. Dadurch konnte beim Wiederaufbau ab dem Jahre 1826 aber die äußere Form erhalten werden. Die Ausstattung der Kirche stammt - abgesehen vom gotischen Holzkruzifix aus dem 15. Jahrhundert - aus der Zeit nach dem Brand von 1823. Auf ein Kunstwerk müssen die Besucher heute leider verzichten: Der ursprüngliche Hochaltar von 1465, in der Kunstgeschichte als "Hofer Altar“ bekannt, befindet sich in der Alten Pinakothek in München. Der jetzige Altar stammt von dem Münchener Künstler Anselm Sikkinger aus dem Jahre 1884. Ein herausragendes Kunstwerk ist die Orgel von St. Michaelis, die 1834 von den Gebrüdern Heidenreich geschaffen wurde und im Klangaufbau Anleihen von Silbermann zeigt. Experten sind der Meinung, dass dieses Werk des Biedermeier die klangschönste Orgel Bayerns ist.